Kandidatenkür beginnt am Grill

Klaus Vorderbrüggen

Mit Leidenschaft und Geschick geht CDU-Bürgermeisterkandidat Klaus Vorderbrüggen beim Grillen vor. Im Rennen um den Chefsessel im Langenberger Rathaus weiß der 50-Jährige seine Familie hinter sich. Fotos: Nienaber
Mit Leidenschaft und Geschick geht CDU-Bürgermeisterkandidat Klaus Vorderbrüggen beim Grillen vor. Im Rennen um den Chefsessel im Langenberger Rathaus weiß der 50-Jährige seine Familie hinter sich. Fotos: Nienaber

Von Lars Nienaber

Langenberg (gl). Halbe Sachen? Kommen für Klaus Vorderbrüggen nicht in Frage. Weder beruflich, noch privat. Der Bürgermeisterkandidat der Langenberger CDU mag es, wenn Dinge wohl vorbereitet und durchdacht sind. So hält es der zweifache Familienvater auch bei seinen Hobbys. Dazu zählt neben Doppelkopf auch das Grillen.

Es brutzelt und zischt auf dem massiven Edelstahlrost. Obwohl darauf eine stattliche Auswahl an saftigen Steaks, zarten Hähnchenbrustfilets und knackigen Würstchen – Vorderbrüggen: „Wie immer alles vom Fleischer des Vertrauens aus dem Ort“ – liegt, schafft es der „noch“ 50-Jährige mühelos, die Fleischparade auf den Punkt zu garen. Erfahrung ist das eine, die passende Ausstattung das andere. Im Mittelpunkt letztgenannter steht der massive gemauerte Unterstand, der nicht nur einen Blickfang im Garten der Vorderbrüggens bildet, sondern auch ideale Bedingungen für kleine und mittelgroße Grillpartys bietet.

Wenn sich Klaus Vorderbrüggen in der Hitze der glühenden Kohlebriketts den Geruch saftigen Fleischs um die Nase wehen lässt, merkt man ihm an, dass er mit Leidenschaft zu Werke schreitet. Statt die mittägliche Familienmahlzeit einfach zuzubereiten, zelebriert er den Akt des Grillens regelrecht – und es macht Spaß, ihm dabei zuzusehen und zuzuhören.

Während Klaus Vorderbrüggen Steaks und Bratwürstchen so auf dem Rost jongliert, dass alles zur selben Zeit „durch“ ist, kommt er ins Erzählen. Es sei eine gesellige Veranstaltung mit Grillimbiss gewesen, als beim Rumspinnen in kleiner Runde erstmals das Stichwort „Bürgermeisterkandidat“ fiel.

„Mit der Idee konnte ich mich zwar anfreunden, aber so richtig gereift war sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht“, verrät der Langenberger. Über die Jahre sei der Gedanke aber nach und nach gewachsen.

Konkret wurde das Projekt erst im Herbst 2019. „Seinerzeit bin ich von der Fraktion angesprochen worden, ob ich mir vorstellen könnte, für das höchste Amt in der Gemeinde zu kandidieren“, erläutert Vorderbrüggen im Gespräch mit der „Glocke“. Direkt zusagen können habe er trotz der eigenen Zuversicht, „dass ich das sicher gut hinbekomme“, dennoch nicht.

Ein gutes Wort mitzureden sollte zunächst nämlich auch die Familie haben. „Meine Frau Elli war anfangs, sagen wir mal, vorsichtig begeistert“, erinnert sich der CDU-Kandidat. Der Gedanke, womöglich Ehefrau des Bürgermeisters zu sein, bereitete ihr zunächst Kopfzerbrechen.

Später aber, als auch Tochter Klara (14) und Sohn Heiner (11) ihr Okay gaben und das Projekt reiflich überdacht war, sagte auch seine Frau Elli ihre volle Unterstützung zu. „Von da an nahm die Kandidatur konkrete Formen an“, betont der 50-Jährige.

„Es wird richtig spannend“

Langenberg (lani). Ob er sich den Aufgaben gewappnet sieht, die im für ihn besten Fall eines Wahlausgangs am 13. September zu seinen Gunsten auf ihn zukommen? „Klar“, sagt Klaus Vorderbrüggen. Dabei hält er es wie seine politische Mitbewerberin, Amtsinhaberin Susanne Mittag. Die wirbt mit dem Slogan „Erfahrung zählt“ – und auch er könne diesbezüglich eine ganze Litanei vorweisen.

Insbesondere in Sachen Führungsaufgaben sieht sich der gebürtige Verler gut aufgestellt. Zwar nicht auf Verwaltungs-, dafür aber auf Verbands- und beruflicher Ebene sei die Mitarbeiter- und Mitgliederführung für ihn längst kein Neuland mehr. Lange Zeit lenkte Vorderbrüggen die Geschicke des hiesigen Bezirksverbands der Kolpingsfamilie, die Jugendabteilung der Kolpinger aus Kaunitz hat er zusammen mit Freunden sogar zur größten weltweit aufgebaut.

Auch sein eigenes IT-Unternehmen hat mittlerweile so viele Mitarbeiter, dass es ihn an vorderster Front nicht mehr benötige. „Die Weichen sind gestellt“, betont der Diplom-Kaufmann. Sollte er am 13. September ins Langenberger Rathaus einziehen – Vorderbrüggen: „Ich glaube, es wird richtig spannend“ –, werde er sich aber aus dem operativen Geschäft zurückziehen und nur noch als Gesellschafter in Erscheinung treten.

Was er im Falle eines Wahlsiegs anders machen würde als die amtierende Rathauschefin? „Für jeden da sein und zuhören“, schießt es aus ihm heraus. Wenn er im Rahmen seiner Wahlkampfgespräche mit Bürgern eine gleichlautende Kritik vernommen habe, sei es die, dass das Gemeindeoberhaupt nicht immer sowie für jeden und alles auf Empfang sei. Das jedoch ist aus Sicht des Christdemokraten Grundvoraussetzung für die Ausübung des Bürgermeisteramts.

Zur Person

„Das vielfältige Vereinsleben liegt mir am Herzen“, sagt Klaus Vorderbrüggen, der selbst Mitglied unter anderem der Lambertusschützen und der DLRG sowie als Lektor aktiv ist. Der gebürtige Verler feiert in wenigen Tagen seinen 51. Geburtstag. In Langenberg lebt er seit 2003 mit Ehefrau Elli, deren Familie die Gaststätte „Pütt’s“ betreibt. Zur Familie gehören Tochter Klara und Sohn Heiner.

Über drei Jahrzehnte hat sich Klaus Vorderbrüggen für das Kolpingwerk engagiert. Beruflich ist der studierte Diplom-Kaufmann seit mehr als 20 Jahren selbstständiger IT-Unternehmer. Als IT-Fachmann seien ihm die Themenbereiche Digitalisierung sowie eine bürgerfreundliche und digitale Verwaltung besonders wichtig, sagt er.

 Außer fürs Grillen kann sich Klaus Vorderbrüggen in seiner Freizeit vor allem fürs Kartenkloppen begeistern. „Ich bin in drei Runden organisiert“, betont der CDU-Kandidat auf das Bürgermeisteramt. Seine „Kofferbauer“ böten regelmäßig auch freie Turniere an – „wenn Corona dem keinen Strich durch die Rechnung macht“. Sportlich hält sich Klaus Vorderbrüggen mit leichtem Lauftraining fit. „Mindestens zweimal die Woche laufe ich meine Runde entlang der Heidesiedlung.“ Neuerdings ist er dort auch regelmäßig mit dem „Grünen Blitz“ anzutreffen – ein dreirädriges E-Mobil.

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