Viele kritische Stimmen zu Gesamtschule in Halle

Offene Fraktionssitzung zur Schullandschaft im Norden des Kreises

Politik, Verwaltung und Schulleiter auf dem Podium bei der offenen Fraktionssitzung am Haller Kreisgymnasium.
Politik, Verwaltung und Schulleiter auf dem Podium bei der offenen Fraktionssitzung am Haller Kreisgymnasium.
Wie soll es weitergehen mit der Schullandschaft im Norden des Kreises Gütersloh? Diese Frage war Thema einer gut besuchten Informationsveranstaltung der CDU Kreistagsfraktion im Kreisgymnasium Halle. „Dies ist keine Veranstaltung, die sich gegen eine Gesamtschule richtet“, erklärte der CDU-Vorsitzende im Kreistag, Dr. Heinrich Josef Sökeland, gleich zu Beginn. „Es geht vielmehr darum, für den Dialog und die Kooperation zwischen den Kommunen zu werben.“

Nichtsdestotrotz waren vor allem kritische Stimmen zu hören, was die Planung einer Gesamtschule in Halle anbelangt. Vor allem die Schulen des Kreises sehen sich in ihrer Existenz gefährdet, wenn die neue Schulform Schüler von ihren Einrichtungen abzieht. Markus Spindler, Leiter des Kreisgymnasiums Halle, fürchtet etwa um die Dreizügigkeit seiner Schule und plädierte dafür, das jetzige gut funktionierende System aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium beizubehalten.
 
Auch die Leiter der Haller Hauptschule und Realschule fragten, warum zwei Schulen, die gut angenommen würden, durch eine neue Schulform ersetzt werden sollten. Kreisdirektor Christian Jung gab zu bedenken, dass durch die Gesamtschule der Bestand von Einrichtungen gefährdet würde, in die der Kreis bei der Übernahme sehr viel Geld investiert habe. Er forderte die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf, hinsichtlich der Schullandschaft besser zusammenzuarbeiten.
 
Elke Hardieck, schulpolitische Sprecherin der CDU im Kreistag, erklärte, dass die Zeit aber nicht dränge. Die demographische Entwicklung, und damit die Entwicklung der Schülerzahlen, erlaube es, dass bei der Planung der Schullandschaft „Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehe“.

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